Moderne Klassen­zim­mer Bedie­nung

Wie wird ein moder­nes Klassen­zim­mer bedient? – Gar nicht.

Ein moder­nes Klassen­zim­mer sollte möglichst wenig Bedie­nung benöti­gen.
Wie wird ein moder­nes Klassen­zim­mer bedient? – Gar nicht.

„Den Bedien­ta­ster brauche ich eigent­lich gar nicht.“

Und das ist durch­aus als Kompli­ment zu verste­hen.

Wenn die Automa­tion einfach macht

In einem moder­nen Klassen­zim­mer muss sich die Lehrper­son nicht darum kümmern, ob das Licht einge­schal­tet werden muss oder ob die Storen richtig stehen.

Sobald jemand den Raum betritt, wird die Präsenz erkannt und der Raum wechselt automa­tisch in den norma­len Automa­tik­be­trieb. Die Beleuch­tung wird über eine Konstant­licht­re­ge­lung gesteu­ert und passt sich an das vorhan­dene Tages­licht an. Gleich­zei­tig sorgt die Beschat­tungs­au­to­ma­tik dafür, dass möglichst viel natür­li­ches Licht genutzt wird, ohne dass die Sonne blendet.
Das klingt nach vielen Regeln und Bedin­gun­gen.

Für die Lehrper­son fühlt es sich dagegen ganz einfach an:

Raum betre­ten. Unter­richt begin­nen.

Die Automa­tion kümmert sich um den Rest.

Und wenn ich es doch anders haben möchte?

Natür­lich bedeu­tet Automa­tik nicht, dass die Lehrper­son keine Kontrolle mehr hat.

Ein moder­nes Klassen­zim­mer muss sich auch an unter­schied­li­che Unter­richts­si­tua­tio­nen anpas­sen lassen. Deshalb können bestimmte Funktio­nen jeder­zeit manuell beein­flusst werden.

Über den Bedien­ta­ster lassen sich beispiels­weise die Beleuch­tung und die Beschat­tung verän­dern. Auch die Oblich­ter können manuell gesteu­ert werden. Mit der Automa­tik-Taste lässt sich anschlies­send wieder in den automa­ti­schen Betrieb zurück­keh­ren.
Das ergibt einen wichti­gen Grund­satz:

Die Automa­tion entschei­det standard­mäs­sig – der Mensch kann jeder­zeit eingrei­fen.

Manche Lehrper­so­nen werden den Taster deshalb kaum verwen­den. Andere werden es schät­zen, bei einer Präsen­ta­tion, einem Film oder einer beson­de­ren Unter­richts­si­tua­tion selbst Einfluss nehmen zu können.

Beides ist richtig.

Für jede Unter­richts­si­tua­tion die passende Szene

Neben der klassi­schen Automa­tik stehen verschie­dene Raummodi zur Verfü­gung.

Für eine Präsen­ta­tion kann beispiels­weise der Modus „Vortrag“ gewählt werden. Die Beleuch­tung beim Visua­li­zer wird ausge­schal­tet und die vorde­ren Storen werden geschlos­sen, während der restli­che Raum weiter­hin ausrei­chend beleuch­tet bleibt.

Beim „Film“ wird stärker abgedun­kelt: Die übrigen Leuch­ten werden ausge­schal­tet und alle Storen geschlos­sen.

Und mit dem Modus „Lehrper­son“ kann eine Lehrper­son auch ausser­halb des eigent­li­chen Unter­richts­be­triebs arbei­ten, ohne dass gleich der ganze Raum beleuch­tet werden muss.

Die Automa­tion soll also nicht vorschrei­ben, wie Unter­richt statt­fin­den muss.

Sie soll die Lehrper­son dabei unter­stüt­zen.

Das eigent­lich Inter­es­sante passiert beim Verlas­sen

Der vielleicht grösste Vorteil zeigt sich aller­dings nicht beim Betre­ten des Klassen­zim­mers – sondern beim Verlas­sen.

Denn genau dann passie­ren norma­ler­weise die kleinen Dinge, an die man nach einem langen Schul­tag vielleicht nicht mehr denkt:

Ist das Licht aus?
Sind die Storen richtig?
Sind die Oblich­ter geschlos­sen?
Kann die Sonne den Raum noch aufhei­zen?
Oder wäre es sinnvoll, die Sonnen­en­er­gie zum Heizen zu nutzen?

Bei einer intel­li­gen­ten Gebäu­de­au­to­ma­tion müssen diese Fragen nicht jedes Mal beant­wor­tet werden.

Wird keine Präsenz mehr erkannt, wechselt der Raum automa­tisch in den Abwesen­heits­mo­dus. Die Beleuch­tung wird ausge­schal­tet. Die Beschat­tung kann abhän­gig von den Bedin­gun­gen zum passi­ven Heizen oder Kühlen einge­setzt werden.
Auch die Oblich­ter werden nicht einfach ihrem letzten manuel­len Zustand überlas­sen. Beim Verlas­sen des Raums wird der Sollzu­stand für die Ausküh­lung wieder­her­ge­stellt.

Die Lehrper­son muss deshalb nicht daran denken, das Gebäude „zurück­zu­set­zen“.

Einfach den Raum verlas­sen.

Komfort und Energie­ef­fi­zi­enz arbei­ten zusam­men

Das Ziel ist dabei nicht nur Komfort.

Die Beschat­tung soll während der Anwesen­heit für gutes Tages­licht sorgen und gleich­zei­tig vor Blendung schüt­zen. Bei Abwesen­heit können die gleichen Elemente andere Aufga­ben überneh­men: Im Winter kann Sonnen­ein­strah­lung zum passi­ven Heizen genutzt werden. Im Sommer kann die Beschat­tung dazu beitra­gen, eine Überhit­zung zu vermei­den.
Auch die Nacht­aus­küh­lung wird automa­tisch berück­sich­tigt. Wenn die Bedin­gun­gen stimmen – beispiels­weise wenn die Aussen­luft ausrei­chend kühler ist und ein entspre­chen­der Kühlbe­darf besteht – können die Oblich­ter zur Ausküh­lung geöff­net werden. Bei Regen, Sturm oder Hagel werden sie hinge­gen geschlos­sen und gesperrt.

Damit wird Gebäu­de­au­to­ma­tion dort beson­ders inter­es­sant, wo sie im Alltag kaum auffällt.

Die beste Bedie­nung ist manch­mal keine Bedie­nung

Bei der Planung der Gebäu­de­au­to­ma­tion für die Schul­an­lage Hinter­büel war deshalb nicht die Frage entschei­dend:

„Welche Funktio­nen können wir auf einen Taster legen?“

Sondern vielmehr:

„Welche Entschei­dun­gen können wir der Lehrper­son abneh­men?“

Das Ergeb­nis ist ein Klassen­zim­mer, das auf Präsenz, Tages­licht, Sonnen­stand, Wetter und Raumklima reagiert. Gleich­zei­tig bleibt die Möglich­keit erhal­ten, bewusst einzu­grei­fen und die Automa­tion an eine konkrete Unter­richts­si­tua­tion anzupas­sen.

Das führt zu einem einfa­chen Prinzip:

Die Automa­tion übernimmt die Routine. Der Mensch übernimmt die Ausnahme.

Und vielleicht ist genau das die beste Beschrei­bung eines moder­nen Klassen­zim­mers:

Wie wird ein moder­nes Klassen­zim­mer bedient?

Gar nicht.

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