Moderne Klassenzimmer Bedienung
Wie wird ein modernes Klassenzimmer bedient? – Gar nicht.
- Rolf Schneider
- 29.08.2026
Ein modernes Klassenzimmer sollte möglichst wenig Bedienung benötigen.
Wie wird ein modernes Klassenzimmer bedient? – Gar nicht.
„Den Bedientaster brauche ich eigentlich gar nicht.“
Und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen.
Wenn die Automation einfach macht
In einem modernen Klassenzimmer muss sich die Lehrperson nicht darum kümmern, ob das Licht eingeschaltet werden muss oder ob die Storen richtig stehen.
Sobald jemand den Raum betritt, wird die Präsenz erkannt und der Raum wechselt automatisch in den normalen Automatikbetrieb. Die Beleuchtung wird über eine Konstantlichtregelung gesteuert und passt sich an das vorhandene Tageslicht an. Gleichzeitig sorgt die Beschattungsautomatik dafür, dass möglichst viel natürliches Licht genutzt wird, ohne dass die Sonne blendet.
Das klingt nach vielen Regeln und Bedingungen.
Für die Lehrperson fühlt es sich dagegen ganz einfach an:
Raum betreten. Unterricht beginnen.
Die Automation kümmert sich um den Rest.
Und wenn ich es doch anders haben möchte?
Natürlich bedeutet Automatik nicht, dass die Lehrperson keine Kontrolle mehr hat.
Ein modernes Klassenzimmer muss sich auch an unterschiedliche Unterrichtssituationen anpassen lassen. Deshalb können bestimmte Funktionen jederzeit manuell beeinflusst werden.
Über den Bedientaster lassen sich beispielsweise die Beleuchtung und die Beschattung verändern. Auch die Oblichter können manuell gesteuert werden. Mit der Automatik-Taste lässt sich anschliessend wieder in den automatischen Betrieb zurückkehren.
Das ergibt einen wichtigen Grundsatz:
Die Automation entscheidet standardmässig – der Mensch kann jederzeit eingreifen.
Manche Lehrpersonen werden den Taster deshalb kaum verwenden. Andere werden es schätzen, bei einer Präsentation, einem Film oder einer besonderen Unterrichtssituation selbst Einfluss nehmen zu können.
Beides ist richtig.
Für jede Unterrichtssituation die passende Szene
Neben der klassischen Automatik stehen verschiedene Raummodi zur Verfügung.
Für eine Präsentation kann beispielsweise der Modus „Vortrag“ gewählt werden. Die Beleuchtung beim Visualizer wird ausgeschaltet und die vorderen Storen werden geschlossen, während der restliche Raum weiterhin ausreichend beleuchtet bleibt.
Beim „Film“ wird stärker abgedunkelt: Die übrigen Leuchten werden ausgeschaltet und alle Storen geschlossen.
Und mit dem Modus „Lehrperson“ kann eine Lehrperson auch ausserhalb des eigentlichen Unterrichtsbetriebs arbeiten, ohne dass gleich der ganze Raum beleuchtet werden muss.
Die Automation soll also nicht vorschreiben, wie Unterricht stattfinden muss.
Sie soll die Lehrperson dabei unterstützen.
Das eigentlich Interessante passiert beim Verlassen
Der vielleicht grösste Vorteil zeigt sich allerdings nicht beim Betreten des Klassenzimmers – sondern beim Verlassen.
Denn genau dann passieren normalerweise die kleinen Dinge, an die man nach einem langen Schultag vielleicht nicht mehr denkt:
Ist das Licht aus?
Sind die Storen richtig?
Sind die Oblichter geschlossen?
Kann die Sonne den Raum noch aufheizen?
Oder wäre es sinnvoll, die Sonnenenergie zum Heizen zu nutzen?
Bei einer intelligenten Gebäudeautomation müssen diese Fragen nicht jedes Mal beantwortet werden.
Wird keine Präsenz mehr erkannt, wechselt der Raum automatisch in den Abwesenheitsmodus. Die Beleuchtung wird ausgeschaltet. Die Beschattung kann abhängig von den Bedingungen zum passiven Heizen oder Kühlen eingesetzt werden.
Auch die Oblichter werden nicht einfach ihrem letzten manuellen Zustand überlassen. Beim Verlassen des Raums wird der Sollzustand für die Auskühlung wiederhergestellt.
Die Lehrperson muss deshalb nicht daran denken, das Gebäude „zurückzusetzen“.
Einfach den Raum verlassen.
Komfort und Energieeffizienz arbeiten zusammen
Das Ziel ist dabei nicht nur Komfort.
Die Beschattung soll während der Anwesenheit für gutes Tageslicht sorgen und gleichzeitig vor Blendung schützen. Bei Abwesenheit können die gleichen Elemente andere Aufgaben übernehmen: Im Winter kann Sonneneinstrahlung zum passiven Heizen genutzt werden. Im Sommer kann die Beschattung dazu beitragen, eine Überhitzung zu vermeiden.
Auch die Nachtauskühlung wird automatisch berücksichtigt. Wenn die Bedingungen stimmen – beispielsweise wenn die Aussenluft ausreichend kühler ist und ein entsprechender Kühlbedarf besteht – können die Oblichter zur Auskühlung geöffnet werden. Bei Regen, Sturm oder Hagel werden sie hingegen geschlossen und gesperrt.
Damit wird Gebäudeautomation dort besonders interessant, wo sie im Alltag kaum auffällt.
Die beste Bedienung ist manchmal keine Bedienung
Bei der Planung der Gebäudeautomation für die Schulanlage Hinterbüel war deshalb nicht die Frage entscheidend:
„Welche Funktionen können wir auf einen Taster legen?“
Sondern vielmehr:
„Welche Entscheidungen können wir der Lehrperson abnehmen?“
Das Ergebnis ist ein Klassenzimmer, das auf Präsenz, Tageslicht, Sonnenstand, Wetter und Raumklima reagiert. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit erhalten, bewusst einzugreifen und die Automation an eine konkrete Unterrichtssituation anzupassen.
Das führt zu einem einfachen Prinzip:
Die Automation übernimmt die Routine. Der Mensch übernimmt die Ausnahme.
Und vielleicht ist genau das die beste Beschreibung eines modernen Klassenzimmers:
Wie wird ein modernes Klassenzimmer bedient?
Gar nicht.
Planen Sie den Neubau oder die Sanierung einer Schulanlage?
Wir unterstützen Schulgemeinden, Architekten und Elektroplaner dabei, Klassenzimmer so zu automatisieren, dass Lehrpersonen entlastet werden und die Betriebskosten sinken.
Jetzt Beratung für Schulhaus-Projekte anfragen
Projekt anfragen