Energie­ma­nage­ment auf Ebene LEG

Eigen­ver­brauch inner­halb einer Lokalen Elektri­zi­täts­ge­mein­schaft maximie­ren.

Ab 2026 sind in der Schweiz sogenannte Lokale Elektri­zi­täts­ge­mein­schaf­ten (LEG) möglich.
Bei stetig sinken­den Einspei­se­ver­gü­tun­gen wird die Erhöhung des Eigen­ver­brauchs immer relevan­ter. Deshalb nimmt in einer LEG ein gebäu­de­über­grei­fen­des Energie­ma­nage­ment­sy­stem eine zentrale Rolle ein.

ZEV, vZEV, LEG… Was ist das überhaupt?

Alle diese Modelle bieten Kosten­vor­teile für Energie­er­zeu­gende und Energie­be­zie­hende.
Aber was bedeu­ten diese Abkür­zun­gen genau?

ZEV
Der Zusam­men­schluss zum Eigen­ver­brauch – kurz ZEV – hat sich bei Mehrfa­mi­li­en­häu­sern mit Photo­vol­ta­ik­an­lage mittler­weile etabliert. Anstatt dass jede Wohnung einen eigenen Strom­an­schluss zum Energie­ver­sor­ger hat, verfügt das gesamte Gebäude nur noch über einen gemein­sa­men Anschluss. Dadurch kann der selbst produ­zierte Solar­strom möglichst direkt vor Ort genutzt werden.

Der Preis pro kWh Solar­strom darf maximal 80% des Preises des Netzstroms betra­gen. So profi­tie­ren die Bewoh­ner von günsti­gem Strom. Gleich­zei­tig erzielt der Betrei­ber der Photo­vol­ta­ik­an­lage eine höhere Rendite, als wenn der Strom zu tiefen Vergü­tungs­sät­zen ins Netz einge­speist würde.

vZEV
Bei einem virtu­el­len Zusam­men­schluss zum Eigen­ver­brauch – kurz vZEV – können mehrere Gebäude grund­stück­über­grei­fend zusam­men­ge­schlos­sen werden. Voraus­set­zung ist, dass die Gebäude densel­ben Netzan­schluss­punkt teilen. Dort entsteht ein virtu­el­ler Messpunkt, bei dem die Strom­mess­werte mehre­rer physi­ka­li­scher Zähler zusam­men­ge­führt werden.

LEG
Die Lokale Elektri­zi­täts­ge­mein­schaft – kurz LEG – ermög­licht den Zusam­men­schluss von Gebäu­den, die nicht zwingend direkt neben­ein­an­der­ste­hen. Gebäude inner­halb einer Gemeinde können gemein­sam eine LEG gründen. Sie besteht aus Strom­pro­du­zen­ten und Strom­kon­su­men­ten.

Ähnlich wie beim ZEV können Strom­pro­du­zen­ten mit ihrer Photo­vol­ta­ik­an­lage einen höheren Ertrag erzie­len, während Konsu­men­ten von tiefe­ren Energie­ko­sten profi­tie­ren.
Die Vertei­lung der elektri­schen Energie erfolgt über das Netz des lokalen Energie­ver­sor­gers. Für diese Nutzung wird eine Netznut­zungs­ge­bühr erhoben – ähnlich wie beim norma­len Strom­be­zug aus dem Netz, jedoch zu einem reduzier­ten Tarif.

Weitere Infor­ma­tio­nen finden Sie unter:
Lokaler Strom

Energie­ma­nage­ment­sy­steme

Energie­ma­nage­ment­sy­steme (EMS) sind in Gebäu­den mit Photo­vol­ta­ik­an­la­gen mittler­weile fast Standard. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass Elektro­fahr­zeuge mit überschüs­si­gem PV-Strom geladen werden oder dass der Boiler das Warmwas­ser auf eine höhere Tempe­ra­tur erhitzt.

All dies dient der Erhöhung des Eigen­ver­brauchs. Denn je mehr Strom vom eigenen Dach selbst genutzt und je weniger Strom aus dem Netz bezogen wird, desto besser für den Geldbeu­tel.

Mehr zum Thema EMS gibt es hier zu lesen:
EMS ≠ EMS

Energie­ma­nage­ment auf Ebene LEG

Als passi­ves Mitglied einer LEG profi­tiert man bereits von tiefe­ren Strom­ko­sten. Passiv bedeu­tet, dass das eigene Nutzungs­ver­hal­ten beim Strom­be­zug nicht angepasst wird.

Wer den Eigen­ver­brauch inner­halb der LEG jedoch aktiv erhöhen möchte, muss verschieb­bare Lasten gezielt zu Zeiten zuschal­ten, in denen viel überschüs­si­ger Solar­strom vorhan­den ist.

Wie weiss ich, ob Überschuss vorhan­den ist?
Ein einfa­ches Indiz ist, ob die Sonne scheint. Doch werden gerade mehrere Elektro­fahr­zeuge geladen? Oder läuft in einem Industrie­be­trieb die Produk­tion auf Hochtou­ren? Das ist von aussen nicht ersicht­lich.

Gross­pro­du­zent
Gewer­be­be­triebe oder öffent­li­che Gebäude mit grossen Dachflä­chen profi­tie­ren vom Verkauf des PV-Stroms inner­halb der LEG zu besse­ren Kondi­tio­nen.

Gross­kon­su­ment
Gewer­be­be­triebe mit grossen Verbrau­chern, welche vor allem tagsüber in Betrieb sind, profi­tie­ren von günsti­gem PV-Strom aus der LEG.

Prosument
Typischer­weise Einfa­mi­li­en­häu­ser mit PV Anlage. Sie decken primär den Eigen­be­darf mit dem PV-Strom. Sie speisen bei viel Überschuss auch ein und bezie­hen ebenfalls PV-Strom aus der LEG.

Konsu­ment
Typischer­weise Einfa­mi­li­en­häu­ser ohne PV-Anlage. Sie sind reiner Bezüger von PV-Strom, sofern inner­halb der LEG genügend Überschuss vorhan­den ist.

Hier kommt das LEG-Energie­ma­nage­ment­sy­stem zum Einsatz:
Das gebäu­de­über­grei­fende System weiss jeder­zeit, wie viel Strom inner­halb der LEG produ­ziert und wie viel verbraucht wird. Dadurch können die Energie­ma­nage­ment­sy­steme der einzel­nen Gebäude, welche mit dem Energie­ma­nage­ment der LEG kommu­ni­zie­ren, grosse elektri­sche Verbrau­cher automa­tisch zuschal­ten.
So laden Sie Ihr Elektro­fahr­zeug garan­tiert mit PV-Strom aus Ihrer LEG.

LEG-EMS
Ein zentra­ler Cloud-Dienst ermit­telt die virtu­elle Energie­bi­lanz anhand aller Gebäude-EMS inner­halb der LEG.
Es teilt den einzel­nen Gebäu­den mit, ob inner­halb der LEG überschüs­si­ger PV-Strom vorhan­den ist.

Ziel
Energie­be­zug vom Energie­ver­sor­ger minimie­ren und Eigen­ver­brauch maximie­ren.

Gebäude-EMS
Eine lokale agieren­der Server erhält Infor­ma­tio­nen zur aktuel­len LEG Bilanz vom LEG-EMS.

Ziel
Als reiner Konsu­ment versucht das Gebäude-EMS die Lasten so zu steuern, dass möglichst viel PV-Strom vom LEG verbraucht wird.

Gebäude-EMS
Eine lokaler agieren­der Server optimiert den Eigen­ver­brauch mit der eigenen PV-Anlage und erhält zusätz­lich Infor­ma­tio­nen zur aktuel­len LEG Bilanz vom LEG-EMS.

Ziel
Als Prosument versucht das Gebäude-EMS die Lasten so zu steuern, dass möglichst viel PV-Strom vom eigenen Dach verbraucht wird. Mit zweiter Priori­tät wird auch zusätz­lich auf LEG Eigen­ver­brauch optimiert.

Gebäude-EMS
Eine lokale agieren­der Server erhält Infor­ma­tio­nen zur aktuel­len LEG Bilanz vom LEG-EMS.

Ziel
Als reiner Konsu­ment versucht das Gebäude-EMS die Lasten so zu steuern, dass möglichst viel PV-Strom vom LEG verbraucht wird.

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