Energiemanagement auf Ebene LEG
Eigenverbrauch innerhalb einer Lokalen Elektrizitätsgemeinschaft maximieren.
- Rolf Schneider
- 07.01.2026
Ab 2026 sind in der Schweiz sogenannte Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) möglich.
Bei stetig sinkenden Einspeisevergütungen wird die Erhöhung des Eigenverbrauchs immer relevanter. Deshalb nimmt in einer LEG ein gebäudeübergreifendes Energiemanagementsystem eine zentrale Rolle ein.
ZEV, vZEV, LEG… Was ist das überhaupt?
Alle diese Modelle bieten Kostenvorteile für Energieerzeugende und Energiebeziehende.
Aber was bedeuten diese Abkürzungen genau?
ZEV
Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch – kurz ZEV – hat sich bei Mehrfamilienhäusern mit Photovoltaikanlage mittlerweile etabliert. Anstatt dass jede Wohnung einen eigenen Stromanschluss zum Energieversorger hat, verfügt das gesamte Gebäude nur noch über einen gemeinsamen Anschluss. Dadurch kann der selbst produzierte Solarstrom möglichst direkt vor Ort genutzt werden.
Der Preis pro kWh Solarstrom darf maximal 80% des Preises des Netzstroms betragen. So profitieren die Bewohner von günstigem Strom. Gleichzeitig erzielt der Betreiber der Photovoltaikanlage eine höhere Rendite, als wenn der Strom zu tiefen Vergütungssätzen ins Netz eingespeist würde.
vZEV
Bei einem virtuellen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch – kurz vZEV – können mehrere Gebäude grundstückübergreifend zusammengeschlossen werden. Voraussetzung ist, dass die Gebäude denselben Netzanschlusspunkt teilen. Dort entsteht ein virtueller Messpunkt, bei dem die Strommesswerte mehrerer physikalischer Zähler zusammengeführt werden.
LEG
Die Lokale Elektrizitätsgemeinschaft – kurz LEG – ermöglicht den Zusammenschluss von Gebäuden, die nicht zwingend direkt nebeneinanderstehen. Gebäude innerhalb einer Gemeinde können gemeinsam eine LEG gründen. Sie besteht aus Stromproduzenten und Stromkonsumenten.
Ähnlich wie beim ZEV können Stromproduzenten mit ihrer Photovoltaikanlage einen höheren Ertrag erzielen, während Konsumenten von tieferen Energiekosten profitieren.
Die Verteilung der elektrischen Energie erfolgt über das Netz des lokalen Energieversorgers. Für diese Nutzung wird eine Netznutzungsgebühr erhoben – ähnlich wie beim normalen Strombezug aus dem Netz, jedoch zu einem reduzierten Tarif.
Weitere Informationen finden Sie unter:
Lokaler Strom
Energiemanagementsysteme
Energiemanagementsysteme (EMS) sind in Gebäuden mit Photovoltaikanlagen mittlerweile fast Standard. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass Elektrofahrzeuge mit überschüssigem PV-Strom geladen werden oder dass der Boiler das Warmwasser auf eine höhere Temperatur erhitzt.
All dies dient der Erhöhung des Eigenverbrauchs. Denn je mehr Strom vom eigenen Dach selbst genutzt und je weniger Strom aus dem Netz bezogen wird, desto besser für den Geldbeutel.
Mehr zum Thema EMS gibt es hier zu lesen:
EMS ≠ EMS
Energiemanagement auf Ebene LEG
Als passives Mitglied einer LEG profitiert man bereits von tieferen Stromkosten. Passiv bedeutet, dass das eigene Nutzungsverhalten beim Strombezug nicht angepasst wird.
Wer den Eigenverbrauch innerhalb der LEG jedoch aktiv erhöhen möchte, muss verschiebbare Lasten gezielt zu Zeiten zuschalten, in denen viel überschüssiger Solarstrom vorhanden ist.
Wie weiss ich, ob Überschuss vorhanden ist?
Ein einfaches Indiz ist, ob die Sonne scheint. Doch werden gerade mehrere Elektrofahrzeuge geladen? Oder läuft in einem Industriebetrieb die Produktion auf Hochtouren? Das ist von aussen nicht ersichtlich.
Grossproduzent
Gewerbebetriebe oder öffentliche Gebäude mit grossen Dachflächen profitieren vom Verkauf des PV-Stroms innerhalb der LEG zu besseren Konditionen.
Grosskonsument
Gewerbebetriebe mit grossen Verbrauchern, welche vor allem tagsüber in Betrieb sind, profitieren von günstigem PV-Strom aus der LEG.
Prosument
Typischerweise Einfamilienhäuser mit PV Anlage. Sie decken primär den Eigenbedarf mit dem PV-Strom. Sie speisen bei viel Überschuss auch ein und beziehen ebenfalls PV-Strom aus der LEG.
Konsument
Typischerweise Einfamilienhäuser ohne PV-Anlage. Sie sind reiner Bezüger von PV-Strom, sofern innerhalb der LEG genügend Überschuss vorhanden ist.
Hier kommt das LEG-Energiemanagementsystem zum Einsatz:
Das gebäudeübergreifende System weiss jederzeit, wie viel Strom innerhalb der LEG produziert und wie viel verbraucht wird. Dadurch können die Energiemanagementsysteme der einzelnen Gebäude, welche mit dem Energiemanagement der LEG kommunizieren, grosse elektrische Verbraucher automatisch zuschalten.
So laden Sie Ihr Elektrofahrzeug garantiert mit PV-Strom aus Ihrer LEG.
LEG-EMS
Ein zentraler Cloud-Dienst ermittelt die virtuelle Energiebilanz anhand aller Gebäude-EMS innerhalb der LEG.
Es teilt den einzelnen Gebäuden mit, ob innerhalb der LEG überschüssiger PV-Strom vorhanden ist.
Ziel
Energiebezug vom Energieversorger minimieren und Eigenverbrauch maximieren.
Gebäude-EMS
Eine lokale agierender Server erhält Informationen zur aktuellen LEG Bilanz vom LEG-EMS.
Ziel
Als reiner Konsument versucht das Gebäude-EMS die Lasten so zu steuern, dass möglichst viel PV-Strom vom LEG verbraucht wird.
Gebäude-EMS
Eine lokaler agierender Server optimiert den Eigenverbrauch mit der eigenen PV-Anlage und erhält zusätzlich Informationen zur aktuellen LEG Bilanz vom LEG-EMS.
Ziel
Als Prosument versucht das Gebäude-EMS die Lasten so zu steuern, dass möglichst viel PV-Strom vom eigenen Dach verbraucht wird. Mit zweiter Priorität wird auch zusätzlich auf LEG Eigenverbrauch optimiert.
Gebäude-EMS
Eine lokale agierender Server erhält Informationen zur aktuellen LEG Bilanz vom LEG-EMS.
Ziel
Als reiner Konsument versucht das Gebäude-EMS die Lasten so zu steuern, dass möglichst viel PV-Strom vom LEG verbraucht wird.
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